Fragen und Antworten zu einem BGE

FAQ – Fragen und Antworten

zu einem Bedingungslosen Grundeinkommen

 

 

 

 

1. Was ist ein Bedingungsloses Grundeinkommen (BGE)?

 

2. Welche Rolle spielt die Bedingungslosigkeit?

 

3. Warum ein BGE auch für Reiche?

 

4.  Familiäre Verhältnisse und regionale Entwicklungen:

        4.1 Würde sich in familiären Verhältnissen etwas verändern?                                                                          

        4.2 Gäbe es einen Ausgleich zwischen Frau und Mann?                                                                                       

        4.3 Wie könnte ein BGE die einzelne Region verändern?                                                                                     

5.  Fragen zur Arbeitsentwicklung:

        5.1 Ändert ein BGE unser Verhältnis zur Arbeit?                                                                                                      

        5.2 Verändert sich die Arbeitsmotivation?                                                                                                                 

        5.3 Wer würde dann noch arbeiten?                                                                                                                            

        5.4 Wer macht dann die Drecksarbeit?                                                                                                                       

        5.5 Stärkt ein BGE die Position des Arbeitnehmers?                                                                                              

        5.6 Gibt es weniger Arbeit durch Maschinen?                                                                                                          

6. Wie hoch sollte ein BGE sein?

 

7. Welche Leistungen sollte ein BGE beinhalten?

 

8. Wie ist ein BGE zu finanzieren?

 

9. Wer sollte ein BGE bekommen?

 

10. Was ist der Unterschied zu Hartz-IV?

 

11. Würde ein BGE die Armut abschaffen?

 

12. Würde ein BGE etwas an unserer Bildung verändern?

 

13. Ist das Menschenbild zu idealistisch?

 

14. Ist das moderner Sozialismus?

 

15. Würde ein BGE die Demokratie stärken?

 

16. Das BGE als Modell für Entwicklungshilfe?

 

17. Ist das BGE eine Art Trostpflaster?

 

18. Fallen dann alle anderen staatlichen Transferleistungen weg?

 

19. Wurde so ein Grundeinkommen schon irgendwo realisiert?

 

20. Weitere Links und Quellen zu Fragen und Antworten


 

 

Ein Grundeinkommen ist ein Einkommen, das eine politische Gemeinschaft bedingungslos jedem ihrer Mitglieder gewährt, welches zudem einen individuellen Rechtsanspruch darstellt und ohne eine Bedürftigkeitsprüfung aus kommt.

Unter dieser Bezeichnung sammeln sich unterschiedlichste Umsetzungsmodelle. Je nach Modell unterscheiden sie sich in der Höhe des Betrages und des Finanzierungssystems sowie der humanistischen Grundhaltung. Viele Modelle haben einen humanistischen Ansatz zum Wohle der Bürger sowie Bekämpfung von Armut, Leid und vielen anderen sozialen und gesellschaftlichen Missständen. Entgegen dem gibt es aber auch kapitalistische/neoliberale Umsetzungsmodelle, welche nicht das allgemeine Wohl des Menschen an erster Stelle haben, sondern darin radikale Einsparungsmöglichkeiten für den Staat sehen und den Sozialstaat abbauen wollen u. a. zu Lasten von Menschen die auf einen Mehrbedarf von Sozialleistungen angewiesen sind.

Wenn wir im Folgenden von einem bedingungslosen Grundeinkommen sprechen, reden wir aber von humanistischen BGE-Modellen.

 

 

Bedingungsloses Grundeinkommen ist:

 

  •  Sockelleistung/Grundversorgung/Grundsicherung und Menschenrecht in der
  • Fremdversorgung¹
  • Schutz vor absoluter Armut
  • Beseitigung von (Alters-)Armut
  • Neudefinierung von Arbeit
  • Selbstbestimmung und Unabhängigkeit
  • BGE bedeutet die Erhaltung und Wiederentdeckung von kulturellem Wert
  • Befreiung der Bürger und des Staates von der Abhängigkeit der Erwerbsarbeit und somit auch von der Erpressbarkeit durch Wirtschaft, Industrie und Konzerne
  •  „Es ist die Grundsicherung gegen einen absoluten materiellen Absturz: unpfändbar, ohne Abzüge,... eine nachhaltig steuer-finanzierte sichere Bank für jeden.“
  • die humanistische Antwort auf den technologischen Fortschritt
  • Grundlage, um ein menschenwürdiges Leben zu führen
  • gerecht, weil der gegenwärtige Wohlstand auf die Leistungen aller zurückgeht, zum einen der vorangegangenen Generationen, zum anderen auf Tätigkeiten in allen Bereichen auch außerhalb des Arbeitsmarktes. Daher haben alle das gleiche Recht auf einen Anteil daran.
  • sinnvoll, weil es die Freiheit des Einzelnen stärkt und eine neue Kultur der Anerkennung aller gesellschaftlich notwendigen Bereiche schafft. Damit werden wichtige Tätigkeiten außerhalb des Arbeitsmarktes aufgewertet, wie die Sorge für Familien oder für das Gemeinwesen und demokratische Teilhabe wird gefördert.

 

 

 

Zurück zum Inhaltsverzeichnis

 

 

 

 

¹ Fremdversorgung:  Wenn Menschen auf  Waren und Dienstleistungen dritter angewiesen sind  und sich nicht selbst versorgen  können mangels eines  eigenen Bodens oder rechtlicher  Grundlagen.  Eine extrem arbeitsteilige Gesellschaft, wie unsere, die auch erst unsere hohe Produktivität möglich macht, ist eine Fremdversorgungsgesellschaft. Die Arbeit der Anderen ist die Voraussetzuing für meine Arbeit und ebenfalls Arbeit für andere.

 


 2. Welche Rolle spielt die Bedingungslosigkeit?

 

  • Sie spielt eine große und entscheidende Rolle für die Gesellschaft, das soziale Miteinander sowie den persönlichen Antrieb und Leidensweg von Bedürftigen, besonders auf die Stigmatisierung bezogen.
  • Wenn auch alle nicht-bedürftigen Personen z. B. Wohlhabende, diese Grundsicherung
  • bekommen, verliert der Erhalt einer Grundsicherung seine stigmatisierende Wirkung in der
  • Gesellschaft.
  • Wenn man es den Vermögenden nicht zahlt, wo zieht man die Grenze? Es würden Stimmen laut werden und sagen „...dann sollt ihr aber auch davon nicht so viel abbekommen“ und am Ende sind wir wieder dort wo wir jetzt sind.
  • Bedingungslosigkeit bedeutet Wegfall der pervertierten Neidgesellschaft, sprich kein Neid
  • auf Menschen, die mittellos und bedürftig sind. Dies ermöglicht wiederum ein harmonisches und humanistisches Miteinander.
  • In einer Fremdversorgungsgesellschaft² ist es Menschenrecht eine Grundversorgung sanktionsfrei zu bekommen.

 

 

 

Zurück zum Inhaltsverzeichnis 

 

 

3. Warum ein BGE auch für Reiche?

 

 

•    Siehe „Welche Rolle spielt die Bedingungslosigkeit?

•    Man kann zur Finanzierung auch wieder eine Vermögenssteuer einführen, somit nimmt man das BGE indirekt wieder ab einem gewissen Vermögensbetrag heraus. Aber wichtig ist, dass es jeder empfängt um Stigmatisierung entgegen zu wirken.

 

 

 

Zurück zum Inhaltsverzeichnis 

 

² Fremdversorgungsgesellschaft:

 

 

In  der  Fremdversorgungsgesellschaft ist der Einzelne davon abhängig,  um zu  existieren, zu konsumieren und Produkte und Dienstleistungen vom Anderen  zu  erhalten,  damit er sich seine (Grund-)Bedürfnisse selbst befriedigen kann. Während in früheren Gesellschaften der Austausch von Naturalien vorherrschte, ist seit der Einführung des Geldes als Tauschmittel ein Einkommen in Geldform notwendig. Eine Selbstversorgung mit Grundnahrungsmitteln ist nur noch bedingt möglich,  da ein Bruchteil der  Bevölkerung  noch sogenannten Grund und Boden besitzt. Ein weiterer Schritt in  die  Fremdversorgung neben der komplexen Industrialisierung mit der Arbeitsteilung war und ist in der kapitalistischen Gesellschaft das Patent auf Nahrungspflanzen sowie deren Samen. Durch die  Abzüchtung von samenfesten Pflanzen  wird der Mensch dazu gezwungen,  Samen  immer wieder neu zu kaufen. Letzteres ist die totale Abhängigkeit von Konzernen, welche die Arbeitsteilung auf eine inhumane Stufe hebt.

 


4.  Familiäre Verhältnisse und regionale Entwicklungen:

4.1       Würde sich in familiären Verhältnissen etwas verändern?

 

  • Ja, wenn Kinder z. B. auch ein volles Grundeinkommen bekommen, wären Alleinerziehende nicht mehr auf die "Gutmütigkeit und das Einkommen" des Unterhaltzahlers angewiesen. Was nichts an der Unterhaltspflicht ändern würde.
  • „Die Zerrüttung von Familien würde dann ebenfalls der Vergangenheit angehören. Die Eltern könnten sich besser um die Kinder kümmern und die Kinder kennen ihre Eltern nicht mehr nur von den Wochenenden. Die familiären Bindungen rücken wieder in den Vordergrund. Das Band in der Familie wird wieder gestärkt, was wichtig für die Entwicklung der nächsten heranreifenden Generationen ist.“
  • Kinder würden sich besser entwickeln können.
  • Mehrgenerationenhaushalte könnten bestehen bleiben und nicht auf Grund von Existenzängsten und Erwerbsarbeitssuche auseinander brechen.
  • Ländliche, regionale Strukturen würden wieder gestärkt werden und nicht weiter abbauen, vereinsamen und zusammenbrechen.

 

•    Links zu Quellen: Vereinbarkeit von Beruf und Familie RP-Online Jugendliche töten sich selbst – t-online Chancen durch ein bedingungsloses Grundeinkommen – Sascha Liebermann 

 

Zurück zum Inhaltsverzeichnis 

 

4.2       Gäbe es einen Ausgleich zwischen Frau und Mann?

 

  • Niemand ist mehr abhängig von dem Partner, der das Einkommen hat. Dies führt vor allem bei Frauen zu mehr Unabhängigkeit.
  • Gleichstellung der Freiheiten der Geschlechter.
  • Herrschaftsverhältnisse in Familien brechen auf.  (Keiner könnte mehr Macht ausüben, weil er den Unterhalt verdient.)
  • Der Partner, der zu Hause bleibt und den Haushalt führt sowie Kinder aufzieht, würde eine Entlohnung und Anerkennung für seine Arbeit bekommen.
  • Der Partner, der das niedrigere Einkommen/fehlende Ausbildung auf Grund der Kindererziehung hat, ist nicht mehr abhängig von seinem Partner.
  • Beide Geschlechter haben eine Steigerung ihrer Optionen. (Win/Win-Situation)

 

 

 

Zurück zum Inhaltsverzeichnis


4.3       Wie könnte ein BGE die einzelne Region verändern?

 

  • "Das BGE fördert strukturschwache Regionen. Niemand muss, um Einkommen zu erwirtschaften, aus seiner Heimat abwandern."³
  • Mit einem BGE können die Menschen, dank potentiell weniger Zeitdruck im Alltag und mehr Liquidität, wieder vermehrt regional einkaufen und ihre Region unterstützen. Somit bleiben regionale Infrastrukturen besonders auf dem Land erhalten und können auch da wieder aufgebaut werden, wo sie schon zerfallen sind.
  • Durch ein BGE haben die Menschen die Freiheit und Zeit sich auch um eher unwirtschaftliche Dinge und Herzensangelegenheiten zu kümmern wie die Erhaltung und Wiederentdeckung von kulturellem Wert.
  • Regionen werden in ihren Eigenheiten und Bedürfnissen anerkannt und gestärkt.
  • (Förderung von regionaler Kultur, Infrastruktur sowie individuellen Lebensräumen und natürlichen Umweltstrukturen)
  • Im Gegensatz zu regionalen und kulturellen zweckgebundenen Subventionen, die nur dann gezahlt werden, wenn der Empfänger sich auf bestimmte Zwecke und Ziele verpflichtet, überlässt ein BGE es den Bürgern selbst, frei zu bestimmen was unterstützungswert ist.
  • Die meisten Lebensmittel werden heute in übergroßen Mengen erzeugt, weil sie subventioniert werden. Doch anschließend werden sie wegen Überproduktion wieder vernichtet oder in anderen Ländern (z. B. Afrika) zu viel zu niedrigen Preisen auf den Markt gebracht und zerstören somit die dortige Infrastruktur.

 

"Mit einem BGE im Rücken sind Landwirte, um ihren Unterhalt zu sichern, nicht mehr von zweckgebundenen Subventionen abhängig und können Entscheidungen auf dieser Grundlage anders treffen als heute."

³- Sascha Liebermann, "Chancen durch ein Bedingungsloses Grundeinkommen"

 

•    Siehe "Würde sich in familiären Verhältnissen etwas verändern?"

 

 

 

Zurück zum Inhaltsverzeichnis


5.  Fragen zur Arbeitsentwicklung:

5.1       Ändert ein BGE unser Verhältnis zur Arbeit?

 

  • Ein BGE definiert den gesellschaftlichen Begriff Arbeit, wie er die letzten 60 - 100 Jahre fehlgeformt wurde, wieder neu zu seiner Grundform. Denn jegliche gesellschaftliche Arbeit, ob z. B. kulturell, sozial, politisch oder Care-Arbeit im Ehrenamt ist Arbeitsleistung für die Gesellschaft.
  • Es befreit die Bürger und den Staat von der Abhängigkeit der Erwerbsarbeit und somit
  • auch von der Erpressbarkeit durch Wirtschaft, Industrie und Konzerne.
  • Unser Verhältnis zur Arbeit wird sich angesichts des kommenden Wandels der vierten Industriellen Revolution ändern müssen, wenn der Sozialstaat, der auf Erwerbseinkommen aufgebaut ist, nicht zusammenbrechen soll.
  • Passend dazu: Wer hat Lust auf Arbeit – Zeit Online
  • „Immer wenn wir für andere tätig werden und dabei unsere Fähigkeiten einsetzen, ist das Arbeit.“
  • Siehe „Wer würde dann noch arbeiten?
  • Siehe „Gibt es weniger Arbeit durch Maschinen?
  • Siehe „Ist das BGE nur eine Art Trostpflaster?

 

 

 

Zurück zum Inhaltsverzeichnis


5.2       Verändert sich die Arbeitsmotivation?

 

Motivation ist grundlegend  zu unterscheiden in extrinsischer (von aussen) und intrinsischer (von innen) Motivation.

 

Seit mehr als 10 Jahren ist in den oberen Qualifikations-/ Einkommenssegmenten sowie bei Managern bekannt, dass intrinsische Motivation sinnvoller und menschlicher, nachhaltiger sowie effektiver als extrinsische Motivation ist.

Spätestens seit dem ist auch bekannt, dass extrinsische Motivation die intrinsische

Motivation korrumpiert (aushebelt/unterwandert).

 

Die Erkenntnisse aus der Psychologie bestehen seit beinah mehreren Jahrzehnten, jedoch sind sie noch nicht in der Allgemeinheit angekommen.

Somit wird sich also ganz klar das Bild der Arbeitsmotivation in der Gesellschaft mit einem bedingungslosen Grundeinkommen verändern.

Denn jeder Mensch wird die wissenschaftlichen Erkenntnisse der letzten Jahrzehnte durch ein bedingungsloses Grundeinkommen erfahren und selbst intensiver erleben.

 

Es lassen sich zu dem auch generell, unabhängig von extrinsischer und intrinsischer Motivation, drei Eben der Einflussnahme auf die Mitarbeitermotivation definieren: das materielle Umfeld, das psychische Umfeld sowie das private Umfeld.¹

 

 

 

  • Wer sich somit selbst eine Tätigkeit suchen kann, in der er Sinn sieht, ist wirklich motiviert. Heute wird ein Großteil der Motivation durch Existenzangst und Zwang zu nicht-selbstbestimmten Arbeit gelähmt.
  • In der Bildungs-, Kultur- und Pflegearbeit zum Beispiel, geht es um Hingabe. Dies tun Menschen heute schon auch         nur dann, wenn diese einen Sinn in ihrer Tätigkeit sehen.
  •  Wer heute innovativ ist und tatsächlich etwas leistet, der macht dies aus einer intrinsischen Motivierung heraus, an einer Problemlösung mitwirken zu wollen, sich mit einem Problem auseinanderzusetzen, ganz gleich in welchen Berufen. 
  • Unsere momentane gesellschaftliche Erziehung trainiert uns schon in der Kindheit in vielen Situationen die Fähigkeit ab aus intrinsischer Motivation tätig zu sein, indem sie auf äußere Anreize wie Belohnungen oder Strafen setzt, somit ist es für viele nur schwer vorzustellen, dass jemand etwas aus eigenem und freiem Antrieb leistet.

 

 

 

•    Links zu Quellen: Motivation wpgs.de

Arbeits-/ Mitarbeitermotivation¹ – softgarden.de

Intrinsische Motivation nutzen coachingausbildung.de

Autonomie, Gemeinschaft, Initiative – u. a. Seiten 33 - 36, Sascha Liebermann 

 

 

Zurück zum Inhaltsverzeichnis


5.3       Wer würde dann noch arbeiten?

 

  • Was ist Arbeit?
    1. Arbeit ist nicht gleich Erwerbsarbeit.
    2. Erwerbsarbeit ist nur der Teil an gesellschaftlich nötiger Arbeit, für den Lohn/Gehalt/Sold gezahlt wird. Der Anteil dessen, was Nicht-Erwerbsarbeit ist, ist größer als der Anteil der Erwerbsarbeit am Umfang der Gesamtarbeit (derzeit Erwerbsarbeit etwa 40% der Gesamtarbeit)
    3. Arbeit = Kraft(Energie) * Weg
    4. Arbeit ist bewusstes, zielgerichtetes Handeln des Menschen.
  • Niemand kann nichts tun. Es gibt auf der ganzen Welt nicht einen Arbeitslosen. Es gibt nur Erwerbslose, also Menschen ohne Erwerbseinkommen.
  • Wenn man Nichtstun als Ausruhen sehen will, dann muss man es weiter denken und die Frage stellen: „Was würde man machen, wenn man sich ausgeruht hat?“
  • Jeder gesunde Mensch hat das Bedürfnis  sich weiterzuentwickeln.
  • Jeder Mensch hat das Bedürfnis nach Anerkennung.
  • Arbeit ist im Grunde jegliche sinnvolle menschliche Betätigung.
  • Arbeit ist z. B. Bewältigung von Aufgaben im Leben.
  • Care-Arbeit (z. B. Ehrenamt in Pflege/Betreuung/Zu Hause) ist unbezahlte Arbeit.
  • Erwerbsarbeit ist für das System nur dann wichtig, wenn darüber die meisten Steuern eingenommen werden.
  • Viele Menschen sind zufrieden in ihrem Job und gehen diesem gerne nach, sollten diese kündigen setzen sie u. a. dieses Glück des erfüllenden Jobs und ihren Wohlstand aufs Spiel.
  • Viele Menschen haben Kredite, die sie abbezahlen. Sollten sie nun ihre Erwerbsarbeit kündigen, können sie die Kredite nicht mehr abtragen.
  • Ein Grundeinkommen hätte den Vorteil, dass es jede Art von gesellschaftlicher Produktivität und gesellschaftlich wichtiger Tätigkeit anerkennt und honoriert, ob z. B. Ehrenamt in Politik, Sozialwesen, Kultur oder Kunst.
  • Arbeit brauchen wir, um uns als Menschen zu entwickeln und das Einkommen brauchen wir, um in der Fremdversorgung leben und existieren zu können.
  • Bezüglich Erwerbsarbeit ist es schon lange an der Zeit in den nächsten Schritt der Industrialisierung zu gehen wie zu Beginn dieser angekündigt wurde, den 6-Stunden- Arbeitstag.
  • Wie sinnvoll dies ist, kann man in folgendem Bericht lesen: „6-Stunden-Arbeitstag

 

•    Siehe „Ändert ein BGE unser Verhältnis zur Arbeit?

•    Siehe „Verändert sich die Arbeitsmotivation?

•    Siehe „Gibt es weniger Arbeit durch Maschinen?

 

•    Links zu Quellen:

35% weniger Erwerbsarbeit als unbezahlte Arbeit Statistisches Bundesamt Psychische Erkrankungen – Daten und Fakten Autonomie, Gemeinschaft, Initiative – u. a. Seiten 33 - 36, Sascha Liebermann 

 

 

Zurück zum Inhaltsverzeichnis


5.4       Wer macht dann die Drecksarbeit?

 

•    Was ist Drecksarbeit?

◦    Schwere, harte, unangenehme Arbeit?

◦    Oder unterbezahlte Arbeit?

•    Drecksarbeit ist Arbeit, die man macht, für die man keine entsprechende Wertschätzung bekommt.

•    Für diese Erwerbsarbeit müsste dann entsprechend besser bezahlt,

rationalisiert/modernisiert oder mehr auf intrinsische Motivation gesetzt werden.

•    Durch die Digitalisierung und Industrialisierung der Arbeit werden viele körperliche

Erwerbsarbeiten wegfallen und vereinfacht.

•    Vielleicht gäbe es dann die Definition Drecksarbeit nicht mehr.

•    Nicht jeder hat die Fähigkeit zu studieren oder eine Ausbildung zu absolvieren.

•    Da das Individuum durch ein BGE seine Freiheit erlangt, wird es auch Individuen geben, die gerne einfachen Erwerbsarbeiten nachgehen, ohne große Verantwortung tragen zu müssen.

 

•    Siehe „Verändert sich die Arbeitsmotivation?

•    Siehe „Wer würde dann noch arbeiten?

•    Siehe „Gibt es weniger Arbeit durch Maschinen?

 

•    Links zu Quellen:

Horror-Berufe? Von wegen Scheißjob Spiegel Online 

 

 

Zurück zum Inhaltsverzeichnis 

 

 

 

5.5       Stärkt ein BGE die Position des Arbeitnehmers?

 

  • Wenn Abhängigkeiten aufgelöst werden, führt das zur ökonomischen Selbstermächtigung des Einzelnen.
  • Der Arbeitnehmer bekommt eine bessere Verhandlungsposition, sich z. B. für gerechtere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen einzusetzen.
  • Niemand wäre mehr dazu gezwungen, Arbeiten anzunehmen die mit prekären Lebensverhältnissen einhergehen.
  • Arbeitgeber stünden in der Verantwortung für bessere Arbeitsbedingungen zu sorgen.

 

•    Links zu Quellen:

Keine Kraft mehr für den Job Abendzeitung München

Programmierter Abstieg („Arm trotz Arbeit“) .PDF-Datei - WDR 5

Erst prekär, dann altersarm? - WDR

Statistiken zu prekären Beschäftigungsverhältnissen in Deutschland Hans-Böckler-Stiftung

 

 

 

Zurück zum Inhaltsverzeichnis


5.6       Gibt es weniger Arbeit durch Maschinen?

 

  • Ja, die Digitalisierung/Industrie 4.0 verändert die Arbeitswelt enorm.
  • Die Maschinen nehmen uns Arbeit/Arbeitsbereiche ab.
  •  „Sicher ist, dass Arbeit mehr und mehr ein radikal anderes Gesicht, eine andere Bedeutung und einen neuen Stellenwert erhalten wird – gesellschaftlich und wirtschaftlich. Dem muss der Sozialstaat des 21. Jahrhunderts Rechnung tragen.“ schrieb Thomas Straubhaar am 02.06.2016 in einem Artikel der Zeit bezogen auf den Wandel der Arbeit in der vierten industriellen Revolution der kommenden Jahre.
  • „"Langfristig werden wir einfach nur noch die Arbeit verrichten, auf die wir Lust
  • haben", sagt Nail – nur der Weg dahin sei schwierig und möglicherweise mit unschönen
  • Umbrüchen verbunden.“ - Die Welt (16.02.2016)
  • Kurzfristig werden Berufe wegfallen und im Verhältnis dazu weniger Berufe mit höheren
  • Qualifizierungen z. B. im IT-Bereich entstehen.
  • “alles, was ausgerechnet werden kann, wird automatisiert werden.” Es bleiben ausschließlich Jobs zur Überwachung der Maschinen und bei denen menschliche Fähigkeiten gefragt sind – z. B. in Schulen, Pflegeheim/Krankenhaus, Kunst und Kultur.
  • “Diese Aufgaben werden wir nur dann gut erfüllen, wenn wir sie freiwillig ergreifen.
  • Die Arbeit wird umso besser, je mehr wir uns dafür begeistern. Wer nur arbeitet, um über die Runden zu kommen, ist nicht wirklich leistungsfähig.“
  • Arbeitskraft und Energien werden frei für sinnvollere Tätigkeiten.
  • Menschen werden sich, um weiterhin in ihrer Branche einer Erwerbsarbeit nachgehen zu können, höher qualifizieren müssen oder sie müssen auf Tätigkeiten zurückgreifen, die keine Maschine ersetzen kann, wie zum Beispiel soziale Dienste, Kunst, Kultur oder Wissenschaft.
  • Die Entwicklung des technischen Fortschritts ist nicht linear, sondern exponentiell. Das
  • heißt, die Technik entwickelt sich in einer Geschwindigkeit die mit sich selbst multipliziert wird. Es wird also immer größere Entwicklungssprünge geben.
  • Die Wirtschaft hat von jeher die Aufgabe die Menschen von Arbeit zu befreien.
  • Somit ist es schon lange an der Zeit in den nächsten Schritt der Industrialisierung zu gehen, wie er mal angekündigt wurde, den 6- oder auch 5-Stunden-Arbeitstag.
  • Wie sinnvoll dies ist, kann man in folgendem Bericht lesen: „6-Stunden-Arbeitstag

 

•    Links zu Quellen: Exponentieller Fortschritt der Technik – Die Welt Antworten auf Industrie 4.0 – Mittelbayerische Zeitung Perspektiven der digitalen Revolution – Arme Arbeit – Neue Zürcher Zeitung Roboterfabrik von Adidas in Deutschland – Deutsche Wirtschafts-Nachrichten Bahn plant autonome Züge – Die Zeit - Online

Autonome Roboter in Dienstleistungssektoren und Landwirtschaft – Süddeutsche Zeitung Arbeitsmarkt und Grundeinkommen in der Industrie 4.0 – Die Zeit – Online Robotik am Arbeitsplatz Neue Zürcher Zeitung

Jobkiller Industrie 4.0? - Deutsche Welle

 

 

 

Zurück zum Inhaltsverzeichnis


 6. Wie hoch sollte ein BGE sein?

 

•    Es sollte so hoch sein, dass man dadurch ohne Not ein bescheidenes aber menschenwürdiges Leben führen kann.

•    Armut schließt/grenzt aus – sprich, ein BGE wäre sinnvoll in der Höhe über einer

festgelegten Armutsgrenze.

•    Je nach BGE-Modell werden Kosten für Unterkunft und Heizung pro Kopf pauschal miteinbezogen oder separat individuell gerechnet.

•    Ein BGE muss mit den Kosten für eine soziokulturelle Grundversorgung wachsen können.

•    Es sollte die Existenz sichern und gesellschaftliche (Mindest-)Teilhabe ermöglichen.

 

•    Siehe „Würde ein BGE die Armut abschaffen?

•    Siehe „Welche Leistungen sollte ein BGE beinhalten?

 

•    Links zu Quellen:

Wie hoch muss ein Grundeinkommen sein? – Netzwerk Grundeinkommen 

 

 

Zurück zum Inhaltsverzeichnis 

 

 

 

7. Welche Leistungen sollte ein BGE beinhalten?

 

 

•    Existenzielle Grundsicherung und gesellschaftliche (Mindest-)Teilhabe.

•    Ein bescheidenes Leben ohne Druck ermöglichen.

•    Der ganzen Bevölkerung ein menschenwürdiges Dasein und die Teilnahme am öffentlichen

Leben ermöglichen.

•    Soziokulturelles Existenzminimum decken.

•    Ein BGE ersetzt nicht alle Sozialleistungen, sondern nur bis zu der Höhe des BGE, alles darüber ergibt sich wie gehabt durch Prüfung der individuellen Sachlage.

•    Je nach Modell kann auch eine staatlich garantierte und somit wirtschaftlichere sowie für

alle Bürger günstigere Grundversorgung von öffentlichem Nahverkehr, Strom, Internet und

Telefonversorgung miteinbezogen sein.

 

 

 

Zurück zum Inhaltsverzeichnis


 8. Wie ist ein BGE zu finanzieren?

 

  • Über unterschiedlichste Modelle, welche an Land und Staatsform entsprechend angepasst werden sollten.
  • Ein BGE ist nicht als zusätzliche Kosten zu sehen, sondern als neues und modernes, der Zeit angepasstes Sozialversicherungs- und Einkommensmodell sowie als Erweiterung und Weiterentwicklung des bestehenden sozialen Systems.
  • Ersetzt und wächst z. B. in bestehende Einkommen sowie Sozialleistungen herein.
  • Über Multi-Säulen-Modelle mit Mischsteuer
  • (z. B. aus Erhöhung oder Einführung von diversen Verbrauchs-/Konsum-, Luxus-, BGE-/Einkommens-, Vermögens-, Umwelt-, Maschinen- oder
  • Micro-/Finanztransaktionssteuern).
  • Einzelne Ein-Säulen-Steuermodelle aus den oben aufgeführten  Beispielen
  • Staatliche Rohstoffgewinnung/-verkauf
  • Staatliche Betriebseinnahmen/-gewinne (z. B. Windkraftanlagen)
  • Staatliche Landpachteinnahmen
Abgesehen davon, dass es richtig ist, über die finanzielle Ausgestaltung des BGE nachzudenken, und das sollten alle Bürger tun und nicht nur Parteien, Abgeordnete oder Juristen, ist es sinnvoll, sich zunächst über die "Geschäftsidee" Gedanken zu machen, ehe man zum "Businessplan" übergeht.

 

•    Links zu Quellen:

Mikro-/Finanztransaktionssteuer

Bergmannsches Mischsteuer-Modell

 

 

 

Zurück zum Inhaltsverzeichnis

 

 

 

9. Wer sollte ein BGE bekommen?

 

 

•    Je nach Umsetzungs-/Finanzierungsmodell:

◦    Alle Einwohner, alle Staatsbürger oder nur alle im Inland wohnenden Staatsbürger.

◦    Und/oder erst ab einer gewissen Jahresfrist als Staatsbürger z. B. ab 5 bis 15 Jahren nach Erlangen der Staatsbürgerschaft.

 

•    Zur einfacheren Finanzierung und Abschätzung der Auswirkungen auf Familien gibt es viele

BGE-Modelle, die Kindern ca. die Hälfte eines BGE zusprechen.

•    Siehe „Welche Rolle spielt die Bedingungslosigkeit?

•    Siehe „Warum ein BGE auch für Reiche?

 

 

 

Zurück zum Inhaltsverzeichnis


 

10. Was ist der Unterschied zu Hartz-IV?

•    Dem ALG II-Berechtigten wird von Anfang an gedroht, ihn unter das Existenzminimum zu kürzen, wenn er sich nicht um Erwerbsarbeit bemüht.

•    Der Leistungsberechtigte muss bei Hartz-IV möglichst jede Arbeit annehmen zu der er

vermittelt wird, dies verstößt jedoch allein schon gegen das Grundgesetz (GG Art. 12)

zudem dienen diverse ABM nur dem Selbstzweck der Beschäftigung o. hebeln gar den Markt aus mit Lohndumping bis zu 1 Euro pro Stunde.

•    Hartz-IV wirkt stigmatisierend, bevormundend und ist existenzbedrohend.

•    Nach vielen soziologischen und arbeitspsychologischen Erkenntnissen wirkt existenzielle

Angst aber nicht motivierend, sondern lähmt die Motivation und macht krank.

•    Sanktionen bei Hartz-IV sind immer Sanktionen unter das Existenzminimum.

•    Im Gegensatz zu ALG-II ist der BGE-Betrag sanktionsfrei und nimmt auch Bürger mit in die

Gesellschaft, die keine Erwerbsarbeit finden oder nachgehen können.

•    Ein BGE-Betrag wird nicht gekürzt, sobald man einen Hinzuverdienst hat.

Somit ist ein BGE anreizfördernd, Hartz-IV dagegen senkt den Anreiz einer Erwerbsarbeit nachzugehen.

•    Bei Hartz-IV sind die bedürftigen Menschen Bittsteller und der potenziellen Willkür der einzelnen Sachbearbeiter ausgesetzt, mit BGE aber gleichwertige mündige Bürger und vollwertige Mitglieder der Gesellschaft.

•    Hartz-IV bedeutet ein regelmäßiger Kampf um Anerkennung der Bedürftigkeit.

•    Hartz-IV bedeutet auch einen großen, bürokratischen und kostspieligen Aufwand um möglichst viel Einsparungen bei existenziellen Leistungen für bedürftige Personen zu bekommen.

•    BGE gibt einem die Chance und Freiheit jederzeit studieren und sich weiter qualifizieren zu

können, Hartz-IV fällt dagegen als Existenzsicherung beim Studieren weg und steht in der

Regel auch bei sonstigen qualitativen Bildungen zusätzlich im Weg.

•    BGE wird Einzelpersonen gewährt, Hartz-IV wird in Bedarfsgemeinschaften und deren Einkommen angerechnet. Hartz-IV führt somit aktiv zur Trennung von Familien und zusätzlichem innerfamiliären Konflikten und sozialem Stress.

•    Die Angst vor Stigmatisierung, sozialem Abstieg, der Existenznot und des ausgeliefert Seins

bei Hartz-IV führt zu dauerhaften schweren psychischen sowie physischen Folgen für

Betroffene und Angehörige.

•    Siehe „Würde ein BGE die Armut abschaffen?

•    Siehe „Ist das BGE eine Art Trostpflaster?

 

•    Links zu Quellen: Fünf Millionen verzichten aus Scham auf Hartz IV - Die Welt Ökonomisierung des Menschen - Spektrum Hartz IV: „Die dunkle Seite des deutschen Jobwunders“ - kurier Hartz IV macht Menschen unglücklich – heilpraxis

3 Gründe warum Hartz-IV uns alle betrifft – Huffington Post

Knapp eine Million Kinder leben von Hartz-IV - vorwaerts Jedes siebte Kind von Hartz-IV abhängig – Huffington Post Hartz IV macht Menschen dauerhaft krank heilpraxis

 

 

 

Zurück zum Inhaltsverzeichnis


 

 11. Würde ein BGE die Armut abschaffen?

Wenn man davon absieht, dass die wirtschaftliche Definition von relativer Armut in Prozent gerechnet wird bzw. eine Verhältnisfrage zum mittleren Einkommen der Bürger eines Landes ist, dann ja. Mit einem bedingungslosen Grundeinkommen müsste kein Bürger mehr an Hunger leiden, kein Staatsbürger müsste frieren, kein Staatsbürger müsste ohne Strom leben, kein Bürger müsste betteln oder obdachlos sein.

 

Armut bezeichnet primär die mangelnde Befriedigung[1] der Grundbedürfnisse nach

Kleidung, Nahrung, Wohnung und Gesundheit.“ - Wikipedia

 

Zudem kann Armut in einem reichen Land sehr viel erniedrigender und deprimierender sein, weil sie mit sozialer Ausgrenzung verbunden ist.

 

•    Bei ganzheitlicher Finanzierung eines BGE gäbe es keine Stigmatisierung mehr.

•    Armutskriminalität würde abgeschafft werden.

•    Es gäbe keine Armutsabtreibungen mehr.

•    Es gäbe keine Armutsprostitution mehr.

•    Ein BGE würde einen bewussteren Umgang mit der Umwelt und allgemein ein sozialeres

Miteinander hervorbringen und stärken, besonders in ärmeren Gesellschaftsstrukturen.

•    systembedingte psychische Erkrankungen würden vermieden und schwächer werden und somit auf Dauer gar ganz wegfallen.

•    Kinder bekämen gleiche und bessere Chancen in ihrer Entwicklung.

•    Alle Bürger hätten bessere Chancen auf Bildung.

•    Kein Bürger müsste im Winter erfrieren oder Hunger leiden.

•    BGE bedeutet auch Wegfall von: Kinderarmut, Jugendarmut, Studentenarmut, Lehrlingsarmut, Alleinerziehenden Armut, Elternarmut, Armut der prekär Beschäftigten, Krankenarmut, Pflegenden Armut, Altersarmut.

•    Gesellschaftliche Prekariats-/Armutskreisläufe in die man herein geboren oder aus Not

herein gezogen wird/wurde brechen auf.

•    Mehrere Millionen Menschen trauen sich aus Scham und Stolz sowie Angst vor der

Stigmatisierung gar nicht erst Sozialleistungen zu beantragen.

•    Mit einem BGE bekämen Menschen, die sich trotz Vollbeschäftigung arm arbeiten, Sicherheit und bessere Chancen in ihrem Leben.

•    Es gäbe keine armutsbedingte gesellschaftliche und soziale Ausgrenzung mehr.

•    Keiner muss mehr an Mangelernährung leiden und die Folgekrankheiten in Kauf nehmen.

•    Die Menschen können besser auf ihre Ernährung und Gesundheit achten.

•    Es gäbe weniger Radikalisierungen (Rechts-, Links- sowie Religions-Radikalisierung).

•    Es gäbe weniger Verzweiflungstaten wie Selbstmorde und Amokläufe.

•    Kein Bürger müsste mehr ständige Existenzängste durch prekäre Beschäftigungsverhältnisse haben.

•    Siehe „Welche Rolle spielt die Bedingungslosigkeit?

•    Siehe „Würde ein BGE etwas an unserer Bildung verändern?

•    Siehe „Wie hoch sollte ein BGE sein?

•    Siehe „Welche Leistungen sollte ein BGE beinhalten?


Links zu Quellen: Fünf Millionen verzichten aus Scham auf Hartz IV - Die Welt Programmierter Abstieg („Arm trotz Arbeit“) .PDF-Datei - WDR 5 mangelernährt und krank durch Armut - heilpraxis wachsende Ungleichheit in Deutschland - Huffington Post Die Ungleichheit ist in Deutschland bittere Realität – Huffington Post DIW Studie zur Kluft zwischen Arm und Reich – Huffington Post Armutsbericht 2016 – ZDF heute

Erst prekär, dann altersarm? - WDR Statistiken zu prekären Beschäftigungsverhältnissen in Deutschland – Hans-Böckler-Stiftung Wie eine Kindergrundsicherung Alleinerziehenden helfen kann - vorwaerts

 

„Armut ist in Deutschland ein politisches und gesellschaftliches Problem.

Es gäbe keine Armut in Deutschland,  niemand müsste Hunger leiden oder obdachlos sein, wenn die Gesellschaft und die Politik das nur wolle.“

 

 

 

Zurück zum Inhaltsverzeichnis

 

 

 

 

12. Würde ein BGE etwas an unserer Bildung verändern?

 

 

  • Ja, ein bedingungsl. Grundeinkommen würde für alle Bürger gleichere Chancen auf Bildung ungeachtet ihrer persönl. Fähigkeiten und der regionalen Infrastruktur bringen.
  •  Studenten bekämen gleiche Chancen: Studenten ärmerer Familien müssten nicht mehr neben dem Studium in Teil- /Vollzeit jobben nur um ihre Existenz zu sichern und das Studium zu finanzieren. Stattdessen könnte man das praxisorientierte duale Studium verstärken.
  • Ein Studium wäre somit auch für Menschen ohne Erwerbsarbeit zugänglich und nicht nur für Menschen mit ausreichend Kapital oder Erwerbseinkommen.
  •  Menschen im Alter über 30 hätten die Chance zu studieren, eine Ausbildung zu machen oder allgemein effizient Bildung und Qualifikation nachzuholen, welche z. B. auf Grund von Krankheit oder prekären Verhältnissen versäumt wurde.
  • Es gäbe keine Menschen mehr, die durch das System fallen. Viele Auszubildende bekommen gar keine Unterstützung zu ihrer Ausbildungsvergütung. Weder BAföG-Amt noch Jobcenter oder Wohngeldstelle halten sich für zuständig und verweisen auf die jeweils andere Instanz.
  •  Viele Menschen wissen heute meist gar nicht was sie alles an Bildungskosten erstattet bekommen könnten. Durch die Pflicht zur Antragstellung und damit verbundene zähe und gemeinhin undurchschaubare Bürokratie nehmen viele Menschen erst gar nicht eine mögliche Weiterbildung auf.
  • Alle Kinder bekämen die gleichen Chancen auf eine ausreichende Versorgung von Bildungsmaterialien ungeachtet des Einkommens der Eltern.

 

Links zu Quellen: Ungleiche Chancen im Schulsystem - Spiegel Online Chancenspiegel - Spiegel Online

 

 

 

Zurück zum Inhaltsverzeichnis

 

 

 13. Ist das Menschenbild zu idealistisch?

 

  • Das Menschenbild ist in erster Linie humanistisch.
  • Der Mensch wird als Ganzes gesehen und ein bedingungsloses Grundeinkommen gibt ihm die Freiheit und die Möglichkeit auch so zu handeln.
  • Aktuelle Ergebnisse der Hirnforschung bestätigen vor allem, dass der Mensch nicht von Natur aus egoistisch ist. (Siehe Film "Die Revolution der Selbstlosen")

 

 

Zurück zum Inhaltsverzeichnis

 

 

 

 

14. Ist das moderner Sozialismus? 

 

  • Nein, das Grundeinkommen unterscheidet sich grundlegend von dem angeblich "realen Sozialismus" der östlichen untergegangenen Gesellschaften. 
  • Der "reale Sozialismus" wollte alle Menschen gleich machen und zielte auf ein Kollektiv ab. Das Grundeinkommen möchte Individualität ermöglichen.
  • Das BGE hat zwar eine sogenannte sozialistische Grundversorgung zur Absicherung aller Bürger, dabei wird dem Individuum aber größtmögliche Entfaltungsfreiheit gegeben und somit auch z. B. echte Wahlfreiheit in der Demokratie ermöglicht.
  • Somit ist das BGE ein Schritt mehr in die Demokratie als in den Sozialismus.
  •  Siehe „Würde ein BGE die Demokratie stärken?
  • „Ein BGE ermöglicht individuelle Freiheit statt Gleichheit.“
  • Während die staatliche organisierte Planwirtschaft und Vollbeschäftigung fester Bestandteil des Sozialismus sind, werden beim BGE planwirtschaftliche Elemente zur Schaffung von Arbeitsplätzen abgelehnt.
(Es hat noch keine wirklich sozialistische Gesellschaft, geschweige denn eine kommunistische Gesellschaft gegeben. So etwas wäre eine Welt, in der "die freie Entfaltung des Einzelnen die Bedingung für die freie Entwicklung aller" ist. Quelle: "Manifest der kommunistischen Partei" Marx/Engels, 1848) 

 

 

Zurück zum Inhaltsverzeichnis

 

 

15. Würde ein BGE die Demokratie stärken?

 

•    Ja, das Grundeinkommen macht den Menschen unabhängig von Ehepartner, Chef oder

Auftraggeber. Wer abhängig ist, kann kaum eine unabhängige Wahlentscheidung treffen.

•    Ein BGE würde eine echte Demokratie erst ermöglichen und wäre auch die Möglichkeit für viele, demokratisch dann auch wirklich teilnehmen zu können.

•    Bedeutet Befreiung der Demokratie von der Oligarchie.

•    „Eine bedingungslose Basis unter dem bestehenden Sozialstaat einzuführen, wird diesen nicht demontieren, sondern die so nachjustierten Sozialversicherungs- und Sozialhilfesysteme stärken.“ - Philippe van Parijs am 03.06.2016

 

 

 

Zurück zum Inhaltsverzeichnis


 16. Das BGE als Modell für Entwicklungshilfe?

 

 

•    Ja, anders als bei Modellen zur Einführung in westlichen Industriestaaten wird hier das

Geld nicht durch Steuern erhoben, sondern kommt aus Spendengeldern aus dem Ausland.

•    Im Gegensatz zu anderen Entwicklungshilfemodellen würde es den Menschen helfen sich selbst zu helfen. Somit wäre es neben der Bildung der Menschen eine weitere sinnvolle Säule, um erst einmal der Armut und Kriminalität entgegen zu wirken und damit der Bildung mehr Raum zu schaffen.

 

•    Links zu Quellen: Grundeinkommen statt Entwicklungshilfe – Die Zeit-Online

 

 

 

Zurück zum Inhaltsverzeichnis 

 

 

 

17. Ist das BGE eine Art Trostpflaster?

 

 

•    Ein Trostpflaster für das Leid und die Opfer der Missstände der letzten Jahrzehnte ohne ein bedingungsloses Grundeinkommen.

•    Die Freiheit der Lebensplanung und Lebensgestaltung wird erheblich zunehmen.

•    Ein BGE bedeutet keine Abschaffung der Regierung, die Regierung steht auch weiterhin in der Pflicht, soziale und gesellschaftliche Missstände auszuräumen.

•    Dadurch,  dass die Menschen sich wieder auf einer menschlichen Ebene begegnen, wird sich

auch wieder mehr gegenseitig unterstützt.

•    Der Mensch darf wieder Mensch sein und nicht mehr nur Arbeits- und Wirtschaftsfaktor.

•    Die Agentur für Arbeit kann dann endlich das machen wozu sie da ist: Vermittlungsarbeit und Qualifizierung und nicht Sanktionierung und Forderung. Der Hauptbereich der Leistungsabteilung dürfte somit auch wegfallen.

•    Gesellschaftlichkeit würde nicht mehr nur mit Teilhabe an der Erwerbsarbeit gleichgestellt.

•    Ein bedingungsloses Grundeinkommen bedeutet, der Mensch wird in die eigene

Verantwortung gezogen, wie er sein Leben gestaltet und mit Sinn erfüllt.

 

•    Links zu Quellen: Was treibt Kinder in den Selbstmord? - Medizinauskunft

 

 

 

Zurück zum Inhaltsverzeichnis


 18. Fallen dann alle anderen staatlichen Transferleistungen weg?

 

•    Nein, in einem humanistischen BGE-Modell nicht, höchstens in einem neoliberalen Modell.

•    Siehe „Was ist ein Bedingungsloses Grundeinkommen (BGE)?

•    Siehe „Welche Leistungen sollte ein BGE beinhalten?

•    Wer einen Mehrbedarf über dem BGE benötigt und ihm dieser bis dahin zugestanden hat, der wird auch weiterhin diesen Mehrbedarf  erhalten. Sowie alle, die nach Prüfung und Berechnung wie im heutigen System Anspruch  auf einen Mehrbedarf haben.

•    Ein BGE bietet sogar die Möglichkeit, das aktuelle Renten- und Sozialsystem mit seinen

Missständen zu reformieren und für alle Bürger sozialer, gerechter, menschenwürdiger und lebensfähiger zu machen.

 

 

 

Zurück zum Inhaltsverzeichnis 

 

 

 

 

19. Wurde so ein Grundeinkommen schon irgendwo realisiert?

 

 

Es gab und gibt einige Feldversuche, die ähnliche Grundsicherungen oder im Ansatz ein bedingungsloses Grundeinkommen beinhalten, wobei immer zu beachten sei, dass auch bei den Feldversuchen einige neoliberale Modelle dabei sind, die in erster Linie zu staatlichen Einsparungen dienten und dabei einen Mehrbedarf des Individuums an Sozialleistungen außer Acht lassen oder gar absichtlich über dem Betrag des Grundeinkommens abrasieren.

Es sind auch bei der Beurteilung immer die Rahmenbedingungen zu beachten, wie realitätsnah diese Feldversuche sind. Denn allein schon die Tatsache, dass die Versuchspersonen von der zeitlichen Begrenzung des Experimentes wissen, beeinflusst ihr Handeln.

Hierzu im Folgenden ein Kommentar  von Sascha Liebermann.

 

•    Bedingungsloses Grundeinkommen Weltweit

•    Kommentar von Sascha Liebermann zu BGE-Feldexperimenten

 

 

 

Zudem gibt es Initiativen, die das Grundeinkommen erlebbar machen wollen und somit auf

Spendenbasis Grundeinkommen für ein Jahr unter allen Teilnehmern verlosen.

 

•    Mein Grundeinkommen, Deutschland www.mein-grundeinkommen.de

•    Dein Grundeinkommen, Schweiz

www.deinbge.ch

 

 

 

Zurück zum Inhaltsverzeichnis


20. Weitere Links und Quellen zu Fragen und Antworten

sowie Berichte  und Einführungen in ein Bedingungsloses Grundeinkommen

 

www.BGE-Interaktiv.de

(Interaktives Video mit Fragen und Antworten)

 

Lektionen zum Grundeinkommen

(Einführung in die Idee des Bedingungslosen Grundeinkommens)

 

Interview mit Götz Werner

(businessinsider.de Interview über die wichtigen Fragen des BGE)

 

Chancen durch ein bedingungsloses Grundeinkommen

(Darlegung von Punkten die ein BGE mit sich bringt - von Sascha Liebermann)

 

www.freiheitstattvollbeschaeftigung.de

(FAQ der Initiative um Sascha Liebermann und Ute Fischer)

 

www.unternimm-die-zukunft.de

(Fragen und Antworten der Initiative um Götz Werner aber auch u. a. mit Sascha Liebermann)

 

www.grundeinkommen.de

(Fragen und Antworten des deutschen Netzwerk  Grundeinkommen)

 

"BEDINGUNGSLOSES GRUNDEINKOMMEN (BGE)"

(Positionspapier/Erklärung zum BGE von Attac Österreich)


Dieses FAQ wird stetig weiterentwickelt und ausgearbeitet, somit hat es keinen Anspruch auf

Vollständigkeit.

 

Es dient in erster Linie für schnelle übersichtliche Informationen und Aufklärung der ersten Fragen bezüglich  eines Bedingungslosen  Grundeinkommens.

 

 

 

 

Versionsstand: 03.06.2017

 

 

 

 

Das Original entstand ursprünglich durch

faq-bge@gmx.net  

 

konstruktive Ideen und Anregungen zur Weiterentwicklung sind jederzeit willkommen.

-